COVID-19 Pneumonie: Procalcitonin zur Risikobewertung und zum Ausschluss bakterieller Koinfektion

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PCT bei Aufnahme

PCT als Hilfsmittel zur frühzeitigen Risikobewertung und Priorisierung von Patienten mit einem hohen Risiko
<0.5 µg/L* → Niedriges Risiko für eine bakterielle Koinfektion und einen schweren Krankheitsverlauf
≥0.5 µg/L  → Hochrisikopatient, bakterielle Infektion wahrscheinlich

PCT während des stationären Aufenthaltes

Überwachung der PCT-Werte zur Erkennung sekundärer Infektionen und zur Abschätzung des weiteren Krankheitsverlaufs

* Die Mehrheit von Patienten mit einem milden Verlauf der Erkrankung weist PCT-Werte <0.25 µg/L oder sogar <0.1 µg/L auf. Ref-1-6
Wahrscheinlichkeit einer bakteriellen Infektion und Empfehlung zum Beginn der Antibiotikatherapie bei Patienten mit LRTI bei PCT-Werten >0.25 µg/L. Ref-7

In Verbindung mit anderen Laborbefunden und der klinischen Beurteilung wird der Biomarker Procalcitonin (PCT) häufig zur Risikobewertung hinsichtlich des Vorliegens einer bakteriellen Infektion und des Fortschreitens zu einer schweren Sepsis und einem septischen Schock eingesetzt. Darüber hinaus werden Veränderungen des PCT-Wertes im Verlauf der Erkrankung zur Abschätzung des Mortalitätsrisikos bei Patienten mit bakterieller Sepsis herangezogen.

Bei Patienten mit vermuteten oder bestätigten Infektionen der unteren Atemwege (LRTI), einschließlich einer ambulant erworbenen Pneumonie (CAP), einer akuten Bronchitis und akuten Exazerbationen der COPD (AECOPD), ist PCT ein Hilfsmittel zur Entscheidungsfindung hinsichtlich einer Antibiotikatherapie für stationäre Patienten oder Patienten, die sich in der Notaufnahme (ED) vorstellen.

Procalcitonin hat sich nun in fortschreitenden deskriptiven Studien als wertvolles zusätzliches Hilfsmittel bei der aktuellen COVID-19-Pandemie zur Erkennung eines niedrigen Risikos einer bakteriellen Koinfektion sowie zur Erkennung von Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf erwiesen. Ref-1-6, 17

Eine neue Analyse von 1099 COVID-19 Patientendatensätzen aus einer Reihe medizinischer Zentren in China  Ref-2 zeigt, dass PCT-Werte in > 96% der Fälle mit niedrigem Schweregrad der Erkrankung und ohne negatives Outcome (kombinierter Endpunkt der Intensivstationseinweisung, invasive Beatmung, Tod) niedrig waren (<0.5 µg/L). Die meisten COVID-19-Patienten wiesen PCT-Werte unter 0.25 µg/L oder sogar unter 0.1 µg/L auf.Ref-2-3 Dies korreliert mit den Erkenntnissen aus früheren Virusepidemien (Influenza H1N1, SARS, MERS), dass PCT-Werte bei hospitalisierten Patienten mit reiner Virusinfektion üblicherweise niedrig sind (<0.1 − <0.5 µg/L). Ref-8-13

In Fällen mit bakterieller Koinfektion und einem höherem Schweregrad der Erkrankung wurden PCT-Werte von >0.5 µg/L gefunden. Ref-1-6
Im Vergleich zu Patienten mit einem niedrigeren PCT-Wert entspricht, laut einer kürzlich erschienen Meta-Analyse von publizierten COVID-19-Patientendaten, ein PCT-Wert >0.5 µg/L einem fast 5-fach erhöhten Risiko für eine schwere Infektion (OR, 4.76; 95% CI, 2.74-8.29) Ref-14. Akutes Lungenversagen (ARDS) und septischer Schock waren die häufigsten Komplikationen von COVID-19; Sekundärinfektionen während des Krankenhausaufenthalts waren ein zusätzlicher Risikofaktor. Ref-1-6 Bei fast allen Patienten war der Tod mit Sepsis/Septischem Schock und Lungenversagen/ARDS assoziiert. Ref-2-3,6,8

IFCC Information Guide on COVID-19

Die IFCC kennzeichnet PCT in der Liste der empfohlenen Teste als potentiell klinisch und biologisch bedeutsam bei der Erkennung bakterieller (Super-) Infektionen.

“Die wesentliche Rolle der klinischen Labore bei dieser Pandemie geht über die ätiologische Diagnose von COVID-19 hinaus. Die biochemische Überwachung von COVID-19-Patienten durch In-vitro-diagnostische Tests ist entscheidend zur Beurteilung der Schwere und des Fortschreitens der Erkrankung sowie zur Überwachung therapeutischer Maßnahmen. Mehrere gebräuchliche In-vitro-diagnostische Tests wurden im Zusammenhang für eine ungünstige Progression von COVID-19 genannt und liefern möglicherweise wichtige prognostische Informationen. Nachstehend finden Sie eine Liste der empfohlenen Teste basierend auf der aktuellen Literatur sowie die wichtigsten Laborauffälligkeiten im Zusammenhang mit erwachsenen COVID-19-Patienten und ihre potenzielle klinische Indikation” Ref-15

CDC Interim Clinical Guidance
for Management of Patients with Confirmed Coronavirus Disease (COVID-19)

Die CDC erfasst PCT in einer Liste von Entzündungsmarkern, die mit dem Schweregrad der Erkrankung korrelieren.

“Procalcitonin ist in der Regel bei Aufnahme normal, kann aber bei denjenigen, die auf die Intensivstation verlegt werden, ansteigen. Patienten mit kritischer Erkrankung wiesen hohe Plasmaspiegel von Entzündungsmarkern auf, was auf eine mögliche Dysregulation des Immunsystems hindeutet.” Ref-16

Fazit:

  • Die Bestimmung von PCT bei Aufnahme scheint eine wertvolle zusätzliche Information für eine frühzeitige Risikobewertung und den Ausschluss bakterieller Koinfektionen bei COVID-19-Patienten zu liefern. Ref-1-6
  • Die Überwachung mit PCT wird empfohlen, um Sekundärinfektionen und das Fortschreiten zu einem schwereren Krankheitszustand wie Sepsis/septischer Schock zu erkennen.Ref-2-3, 14-16

Finden Sie heraus, welcher Test in Ihrem Labor verfügbar ist.

B·R·A·H·M·S PCT (Procalcitonin) Assays >

References

Ref-1: Huang C et al: Lancet 2020; 395: 497–506, https://www.thelancet.com/action/showPdf?pii=S0140-6736%2820%2930183-5

Ref-2: Guan W. et al., NEJM 28 Feb 2020, https://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMoa2002032

Ref-3: Zhou et al., Lancet , March 9, 2020 , https://www.thelancet.com/action/showPdf?pii=S0140-6736%2820%2930566-3

Ref-4: Chen N. et al., Lancet 2020; 395: 507–13, https://www.thelancet.com/action/showPdf?pii=S0140-6736%2820%2930211-7

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Ref-6: Huang Y et al., medRxiv preprint 2020, doi: https://doi.org/10.1101/2020.02.27.20029009

Ref-7: Schuetz P. et al., Exp. Rev Anti-infect. Ther., 2018, 16:7, 555-564, DOI: 10.1080/14787210.2018.1496331

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Ref-16: CDC 2020, https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/hcp/clinical-guidance-management-patients.html#lab-findings

Ref-17: AACC 2020, https://www.aacc.org/publications/cln/cln-stat/2020/april/16/key-biomarkers-in-managing-covid-19

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